Herzsportgruppe

Unter dem Dach der Behindertensportgemeinschaft (BSG) jetzt RBÜ, entstand 1986 in Überlingen die heute wohl älteste kontinuierlich arbeitende Herzsportgruppe Baden-Württembergs. In inzwischen sieben Sportgruppen trainieren die Mitglieder sowohl Ausdauer als auch Beweglichkeit.

Unter Anleitung einer erfahrenen Übungsleiterin  trainiert montags eine Herz-Übungsgruppe, am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils zwei Gruppen. Die Herzgruppe hat über 200 Mitglieder, 130 weitere  treffen sich in der RBÜ in nochmals sieben Gruppen.
Für die Teilnahme an einer der Herz-Übungsgruppen gibt es wieder eine Warteliste. Voraussetzung für eine Teilnahme ist ein Rezept des Hausarztes oder Kardiologen. Der ärztliche Berater der Herzgruppen, Dr. Soergel entscheidet dann aufgrund der medizinischen Unterlagen, in welche Gruppe ein Patient leistungsmäßig passt.

Zusätzlich zur  Verbesserung der Ausdauer, durch die auch die Durchblutung des Herzens gesteigert werden kann, loben die Aktiven der Sportgruppen auch die Kameradschaft in der Gruppe,
die ihre die psychische Stärke fördert.

 













 Kontakt:  Dr. Tillo Soergel, Telefon 07551-66621

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Die Herzsportgruppe ist die jüngste und mitgliederstärkste Abteilung unseres Vereins.

Seit über 35 Jahren organisierten wir für Kriegsbeschädigte und zunehmend auch für Zivilbehinderte Sport zur Erhaltung oder zur Verbesserung der Gesundheit. Die Finanzierung war über das Bundesversorgungsgesetz (BVG) und teilweise durch Zuschüsse des Ministeriums für Kultus und Sport (MKS) Baden-Württembergs gesichert.
Mit Gründung der Herzsportgruppe hatten wir es mit einem ganz neuen Personenkreis und einer völlig anderen Finanzierung zu tun. Rehabilitation hieß die neue Aufgabe. Sie bedeutete zunächst eine große Herausforderung für den Vorstand und bedeutete nicht nur eine Erweiterung unseres Angebotes, sondern erforderte auch eine Neu- ausrichtung hin zum Rehabilitationssport. Das neue Ziel hieß: „Jedem von Krankheit und Behinderung betroffenen Menschen die Teilnahme am Sport im Prozess der Rehabilitation zu ermöglichen".

Wie kam es aber zur Gründung der Herz-(oder wie wir damals noch sagten Koronar-) gruppen?
Zwar hatte sich die Vorstandschaft schon vor Jahren mit den Vorplanungen beschäftigt, die eigentliche Initialzündung aber war eine Anfrage in der Jahreshauptversammlung am 20.01.1984, die der Vorstand als Auftrag empfand. Es galt zunächst, Informationen zu sammeln und zu sichten, Vorbilder hatten wir eigentlich nicht. Eine Fülle von Fragen war zu klären. Wir erfuhren, dass
              • Koronasport nur auf Rezept durchgeführt werden darf
              • Koronarsport nur in ständiger Anwesenheit eines Arztes stattfinden darf
              • für Notfälle spezielle Geräte zur Diagnostik und Überwindung einer Herzkrise zu beschaffen und ständig
                bereitzuhalten sind
              • nur speziell ausgebildete Übungsleiter / innen eingesetzt werden dürfen, die eine 150 Std. umfassende
                Ausbildung über den Bad. Behindertensportverband nachweisen können und sich alle 2 Jahre
                nachqualifizieren müssen.

In dieser schwierigen Sondierungsphase fanden wir in Herrn Dr. Tillo Soergel den entscheidenden Mann und die unerlässliche menschliche und fachliche Unterstützung. Ohne sein Engagement und seinen klugen Rat hätten wir
den Aufbau der Koronargruppen in Überlingen nicht geschafft.

Wir alle sind ihm zu allergrößtem Dank verpflichtet. Er hat in zahlreichen Gesprächen und Telefonaten mit unserer Vorstandschaft, mit ärztlichen Kollegen und Fachleuten und nicht zuletzt durch eigene Teilnahme an Spezial- kongressen den Boden bereitet, auf dem aufgebaut werden konnte. Er war es auch, der uns die idealen Räumlichkeiten in der Birkle-Klinik anbot und uns auch auf hochqualifizierte Mitarbeiter der Klinik aufmerksam machte und deren Ausbildung zu Koronarübungsleitern förderte.
Wertvolle Unterstützung in der Gründungsphase erhielten wir auch vom Staatlichen Gesundheitsamt und der Kreis- ärzteschaft, die befürwortend auf unsere Gründung einer Herzsportgruppe hinwiesen. Auch unsere anfänglichen Sorgen hinsichtlich der Finanzierung erfuhren eine erfreuliche Erleichterung durch Spenden der ansässigen Banken und Firmen. Sogar die Stadt Überlingen und die Verwaltungen der umliegenden Gemeinden bekundeten durch namhafte Spenden ihre Unterstützung des Vorhabens. Nicht zuletzt überraschte uns der Rotaryclub durch Vermittlung von Herrn Dr. Soergel und unter Vorsitz des Herrn Minister a. D. Karl Schiess mit der Übernahme einer Patenschaft für die Herzsportgruppen und durch Bereitstellung einer dringend notwendigen Notfallbereitschaftstasche (Defibrillator). Unser Vorsitzender                   J. Choinowski bedankte sich bei allen für die großzügigen Spenden.Trotzdem sahen wir uns gezwungen, von den Herzsportlern einen erhöhten Beitrag zu verlangen, den wir allerdings ab 1.1.90 wieder auf den allgemeinen Beitragssatz absenken konnten. Der Besuch, ja Andrang zu den Herzsportgruppen überraschte uns alle. Bereits zum Start konnten zwei Gruppen gebildet werden. Zeitweise war sogar ein Aufnahmestop notwendig. Doch fanden sich immer wieder genügend engagierte Übungsleiter / innen und Aufsicht führende Ärzte, um allen Interessierten den erforderlichen Herzsport anbieten zu können. Inzwischen wurde die siebte Herzsportgruppe eingerichtet und die Mitgliederzahl aus dem Herzsportbereich hat die Zahl 200 bereits überschritten.

Viel Arbeit und Zeit wurde in die Herzsportgruppen investiert - vor allem der Kassier Wolfram Geiger hat sehr, sehr viel Arbeit. Aber schließlich gibt es allen Beteiligten Kraft und Mut, erleben zu dürfen, wie schwer Erkrankte durch Sport und das kameradschaftliche, ja herzliche Gemeinschaftserlebnis in der Gruppe gesunden und zu alter Lebensfreude zurückfinden.

Es war deshalb für alle auch eine Freude und Selbstverständlichkeit, das 10-jährige Bestehen der Herzsportgruppen gebührend zu feiern.

Die Schifffahrt nach Bodman, dann die Wanderung nach Ludwigshafen hinüber zum Festakt im Zollhaus ist allen noch in lebhafter Erinnerung.

Selbst das 15-jährige Bestehen der Herzgruppen wurde im Juli 2001 gebührend gefeiert.

Man unternahm eine Schifffahrt zur Insel Reichenau, die ja inzwischen in die Liste „Weltkulturerbe" aufgenommen wurde. Es spricht für den kameradschaftlichen Geist in den Herzgruppen, dass bei insgesamt 161 Herzgruppenmitgliedern 124 Personen an diesem Tagesausflug teilnahmen. Schon die Schifffahrt bei herrlichem Wetter war ein großes Erlebnis. Die Wanderung quer über die Insel zum altehrwürdigen Münster in Mittenzell und dann hinauf zum höchsten Punkt der Insel zumachen geriet manchem Teilnehmer fast zu einem Fitnesstest. Allen aber wird die Führung im Münster mit seiner reichen Schatzkammer in guter Erinnerung bleiben.

Auch dieser Tag hat gezeigt, wie wichtig und richtig die Erweiterung unseres Angebotes durch den Herzsport war und ist. Diese Bedeutung sollte auch bei der Zusammensetzung der Vorstandschaft deutlich werden. Deshalb kam aus
der Vorstandschaft anlässlich der Mitgliederversammlung 1997 auch der Vorschlag, aus den Reihen der Herzsportler jemanden zum Stellvertreter des 1. Vorsitzenden zu wählen. Diese Erweiterung des Vorstandes wurde allseits begrüßt und der Herzsportler Ingo Himmler auch einstimmig in dieses Amt gewählt. Leider verstarb er kurz darauf
ganz unerwartet. Heute sind die Herzsportgruppen im Vorstand recht kompetent mit Dr. Tillo Soergel als Vorsitzender,  Karin Klingele als stellv. Vorsitzende, Jörg Butenschön als Kassenwart und Lothar Stolba als Beisitzer vertreten.
                                                                                                                        
Das 20 jährige Bestehen der Herzgruppen wurde im Sept. 2006 gefeiert.

Es begann mit einer Schifffahrt nach Hagnau. Von dort marschierten wir gemeinsam je nach Belastbarkeit direkt am See, bzw. bis zur Rosenau und die Fiten, am Kriegerdenkmal vorbei bis zur Weinstube Haltnau. Dort gab es für die 110 Personen was leckeres zum Essen und anschließend eine lustige Weinprobe mit dem Wirt Werner Endres. Gegen später fuhren wir mit der Gunzo leicht angeheitert über Unteruhldingen nach Überlingen zurück.                                                  Ein schöner und gemütlicher Tag war leider zu Ende.

Das 25 jährige feierten wir am 16. Sept. 2011.

Mit der Gunzo machten wir, bei herrlichen Wetter eine Rundfahrt auf dem Überlinger See bis nach Unteruhldingen, Meersburg, rüber zur Insel Mainau, Dingelsdorf nach Bodman. Während dieser Zeit wurden alle 161 Personen mit Kaffee und den von den Mitgliedern spendierten leckeren Kuchen verwöhnt. In Bodman gab es den ersten Halt. Die meisten machten eine Führung in der Kirche und anschl. im Schlossgarten, mit dem Grafen von und zu Bodman, mit. Eine Gruppe besichtigte den Künstler Lenk und marschierten dann im Anschluss über den Schilfweg nach Ludwigshafen.
Bis auf wenige Ausnahmen, die auch den Fußmarsch wählten, fuhren die anderen, die bei der Schlossbesichtigung waren, mit dem Schiff rüber nach Ludwigshafen. Dort trafen wir uns alle im Zollhaus zum gemeinsamen Essen und zur Jub. Feier. Bei den schön dekorierten Tischen fühlte man sich gleich wohl. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Essen war lecker und die Vorführungen verschiedener Herzgruppen lockerten die Stimmung auf. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden J. Choinowski, überbrachte Herr Andreas Köster, Sozialdezernent Grüsse vom Landrat Wölfle, Bodenseekreis und überreichte an H. Dr. Soergel und H.Choinowski das Buch, Leben am See".             Herr Dr. Lenz übermittelte Grussworte als Vertreter des Rotary-Clubs und übergab eine Spende.
Gegen 22 30 Uhr ging es dann wieder mit dem Schiff in Richtung Überlingen, wo uns leider noch der Regen erwischt hat. Es war ein wunderschöner Tag, nicht nur vom Wetter, sondern im ganzen gesehen, der hoffentlich allen lange in guter Erinnerung bleibt.