Historisches

Therapeutisches Reiten

Eine weitere neue und zunächst ungewohnte Aufgabe kam 1979 auf die VSG zu, als die Krankengymnastin Gisela Schalk für ihr geplantes Projekt „therapeutisches Reiten für Kinder und Erwachsene" einen Träger suchte. Sie hatte schon           6 jugendliche und vier erwachsene Interessenten und auch ein geeignetes Pferd, das Frau Dr. Schanz kostenlos zur Verfügung stellte.

Wir ließen uns davon überzeugen, wie wichtig, ja segensreich Reiten für Spastiker sei und dass es deshalb auch Zuschüsse von den Krankenkassen gebe. Die waren jedoch äußerst karg bemessen.

Trotzdem übernahmen wir die Trägerschaft und konnten nun als VSG auch therapeutisches Reiten anbieten. Doch überraschend wurde der Reitstall verkauft und unser „geeignetes" und so geliebtes Pferd wurde nach Markdorf-Fitzenweiler überstellt, wo es im neuen Stall recht teuer stand, viel zu teuer für unseren kleinen Verein. Außerdem waren die Anfahrtswege nach Markdorf zu weit, so dass wir schließlich froh waren, als sich 1985 ein selbstständiger Verein „Therapeutisches Reiten Markdorf e.V." gründete.

Tischtennis

In einem der ersten Zeitungsartikel über die neugegründete Versehrtensportabteilung Überlingen wird berichtet, dass die Versehrtensportler jeweils am Samstag Nachmittag „tüchtig Tischtennis üben": Offenbar mit Erfolg, denn am 3. Tischtennisturnier des Versehrtensportverbandes Baden e.V. am 1. und 2. Mai 1954 in Konstanz nahmen neun Kameraden der VSA Überlingen teil und L. Bujakowski erreichte sogar den 1. Platz. Beim Tischtennis-Vergleichstreffen des Versehrtensportverbandes Baden e.V. am 4. November 1956 in Freiburg erspielte Emil Münk den 3. Platz und die Überlinger Mannschaft wurde immerhin Vierte. Danach wird es um Tischtennis ruhig - zumindest nach den Unterlagen unserer Chronik. Zwar wurde am Rande der Faustballübungsabende auch noch Tischtennis gespielt, aber zu Turnierteilnahmen reichte es wohl nicht.

Erst 1985 erscheint mit Elfriede Pfaller von unserer Frauengruppe die VSG Überlingen wieder bei einem Tischtennisturnier. Sie erreicht bei den Verbandsmeisterschaften des Badischen Behindertensportverbandes am 18.05.1985 in Bammental den dritten Platz. Am 20.04.1985 hatte sie bereits bei den Bezirkstischtennismeisterschaften in Schwanau den ersten Platz erreicht. Bei den deutschen Tischtennismeisterschaften für behinderte Sportler am 10./11.04.1987 in Brühl erkämpfte sie dann trotz krankheitsbedingter längerer Trainingspause unter 122 Teilnehmer/innen den beachtlichen fünften Platz.

Kinder- und Jugendgruppe

Ab 1977 hatte unsere bewährte Übungsleiterin Hanne Pflaumer mit großem persönlichen Engagement eine Schwimmgruppe für spastisch gelähmte Kinder und Jugendliche aufgebaut. 12-17 Teilnehmer kamen zu den                  14-tägigen Schwimm-und Gymnastikstunden in die städtische Schwimmhalle im Kurmittelhaus. Für die VSG als Veranstalter war diese Gruppe eine große Herausforderung, denn ein Teil der Kinder war an einen Rollstuhl angewiesen und etliche waren geistig stark behindert. Mit Pit Janssen fanden wir einen weiteren Betreuer der Gruppe, so dass auch für die Sicherheit der Teilnehmer gesorgt war.

Das Engagement zeigte Früchte. Die jungen Behinderten lernten schwimmen, erhielten den Freischwimmerausweis, einige machten sogar den Fahrtenschwimmer. Schließlich kam noch der Wunsch nach einer Übungsstunde in einer Sporthalle. Auch dies konnten wir ab 1985 anbieten. Verantwortbar war dies aber erst, als wir mit Frau Schäfer und   Herrn Wöhrle, beide Sonderschullehrer, zwei weitere Betreuer gefunden hatten. Nun war für die jungen Menschen wöchentlich bei uns " was los", eben mal Schwimmen, mal Sport in der Halle. Unser Aufwand aber war hoch, denn ein Teil der Kinder musste von uns zu Hause abgeholt und auch wieder heimgebracht werden. Dabei legten unsere Übungsleiter von 1985-1989  3.500 km zurück.

Die Fahrtkosten trug unsere Vereinskasse, bis endlich ab Januar 1990 der BBS diese Kosten übernahm. Auch der Kinderschutzbund unterstützte uns personell und finanziell. Sogar vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport erhielten wir in den Jahren 1988 bis 1990 einen beachtlichen Zuschuss im Rahmen des Programms "Schule-Verein".

Die Kinder und Jugendlichen hatten ihre Freude an der Bewegung und sie durften auch manches Festle und manchen Ausflug geniessen.

Dennoch mussten wir 1992, also nach 15 Jahren den Übungsbetrieb der Kinder-und Jugendgruppe einstellen, weil unsere Übungsleiterin Hanne Pflaumer aus privaten Gründen die Verantwortung für die Gruppe nicht mehr übernehmen konnte, die Mithilfe der Eltern zu gering war und auch die Teilnehmerzahlen zu stark abgesunken waren. Schade; ein schönes Kapitel ging zu Ende.

Frauengruppe

Die Gründung einer Frauensportgruppe in einem anfänglich reinen Männerverein, haben wir unserer lieben und überaus engagierten Übungsleiterin Hanne Pflaumer zu verdanken. Ihr gelang es, ab 1977 Frauen mit verschiedenen Behinderungen und großer Altersstreuung zu einer festen Gruppe zusammenzuschweißen. Niemand wurde überfordert, jede konnte mitmachen. Abwechslungsreiche Gymnastik mit und ohne Musik, Entspannungsübungen, leichte Gruppentänze, sowie Flug- und Pezzyballspiele gehörten zu den Übungsstunden in der Gymnasiumsturnhalle.

Obwohl Freude an der Bewegung und die Geselligkeit im Vordergrund standen, läßt die Frauengruppe auch immer wieder durch erstaunliche Leistungen aufhorchen.

So erreichte unsere Frauensportgruppe beim Landesfrauenfest in Bühl 1983 zwei 1. und einen 3.Platz. Elfriede Pfaller erhielt einen von Innenminister Schlee gestifteten Pokal, weil sie als einzige an sämtlichen Wettbewerben teilgenommen hatte. 1984 erreicht die Gruppe beim Badischen Behindertensportfest bei 150 Teilnehmern  einen  1. Preis. 1989 werden die 5 Frauen der VSG Überlingen beim Landessportfest in Wertheim bei den Staffelwettbewerben mit zwei 2. und einem 3. Platz belohnt.

1995 begeistern die Frauen um Hanne Pflaumer beim VDK-Behindertentag in Immenstaad und im  Jahr darauf in Markdorf durch einen farbenfrohen Tanz mit Tücher und dem Pezzyball.

Das herausragende Engagement unserer Hanne Pflaumer und die bekannte Gastfreundschaft der Überlingen VSG führten dazu, dass schon im Juni 1979 und erneut im Oktober 1984 das Landessportfest für behinderte Frauen bei uns am See stattfinden konnte.  

Höhepunkt aber war das "Sportfest für Mädchen und Frauen" des Badischen Behindertensportverbandes in Verbindung mit den " Flugballmeisterschaften Baden-Württemberg für behinderte Frauen" in Überlingen. Hanne und ihre Frauen wurden bereits in der Vorbereitung und erst recht bei der Veranstaltung am 27. und 28. Juni 1998 von der Vorstandschaft und vielen Helfern der VSG unterstützt, denn es wurden insgesamt 10 verschiedene Wettbewerbe ausgetragen und an den Flugballmeisterschaften nahmen 10 Mannschaften teil. Die Darbietungen in der festlich geschmückten Realschulturnhalle gerieten zu einem wahren Augen- und Ohrenschmaus und hätten sicherlich noch mehr Zuschauer verdient gehabt. Aber alle Anwesenden hatten ihre Freude.  Die Stadt Überlingen veranstaltete einen Empfang für die Mannschaftsführerinnen und den offiziellen  des BBS im Rathaussaal. Eine Schifffahrt nach Meersburg, sowie ein gemütlicher Abend in der Haltnau wurden für die Teilnehmerinnen zu einem schönen Erlebnis, denn gerade für uns Behinderte ist Freude und Geselligkeit neben dem Sport ein unverzichtbarer Aspekt unseres Vereinslebens. 

Leider musste die Frauengruppe im Jahr 2005, wegen zu geringer Teilnehmerinnen und dem Tod unserer lieben Übungsleiterin Hanne Pflaumer aufgelöst werden.

Seit 2015 gibt es wieder eine Frauengymnastik-Gruppe unter der Leitung von Karin Klingele.

Sitzball

Im Jahr 1965 bildeten ein paar Kameraden der Faustballer eine Sitzballmannschaft. Ihr erstes Turnier fand am        22.Juni 1965 in Bregenz statt. Es galt Turniererfahrung zu sammeln, denn gegen die starken Mannschaften des Vorarlberger Versehrtensportverbandes war man chancenlos. Unsere Spieler Bornberg, Braun, Haas, Fiala und Summer meinten hinterher, es war schön dabei zu sein. Bei diesem einmaligen Erlebnis blieb es. Sie konzentrierten sich dann lieber wieder ihrem geliebten Faustballspiel.

Ehrennadel

Wir sind besonders stolz auf unsere Träger der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.


Walter Pahl, Ehrenvorsitzender

1. Vorsitzender vom 29.12.1960 bis 19.12.1985.

Verleihung am 23. Juli 1985 

Gestorben am 04. Juli 2005


Hannelore Pflaumer

Übungsleiterin von 1958 bis 2005,
Fachwartin für Frauen im BBS von 1976 bis 1988

Verleihung am 26. Aug.1986

Gestorben am 11. Okt. 2005


Max Henkel

Übungsleiter von 1970 bis 2004,
Schriftführer von 1963 bis1982, zweiter Vorsitzender von 1981 bis 1985.

Verleihung am 26. Aug.1986

Gestorben am 25. März 2006


Josef Gröber

Schriftführer von 1982 bis 2007,

Mitgliederverwaltung von 1982-1986, Ehrenmitglied seit 2007

Verleihung am 01. Sept.  2004


Jürgen Choinowski,

1. Vorsitzender vom 19.12.1985 bis 09. April 2013

Verleihung am 09.Aug. 2000